Bequem sitzen, Polstern und Co für Selberbauen und DIY-Fans

Wir Selberbauer können uns vor allem für praktische Dinge begeistern. Möbel, die wir dann auch irgendwann und irgendwie im Tagesablauf gebrauchen und nutzen können. Ein Schreibtisch, ein Schrank oder ein Sideboard – allesamt großartige Projekte. Doch was ist eigentlich mit Sitzmöbeln? Stühle für Tische, Mehrfachsitzgelegenheiten im Garten vielleicht sogar eine Couch? Machen wir davor Halt? Natürlich nicht, denn auch diese „Art“ von Möbeln kann jeder von uns selber bauen. Neben der handwerklichen Herausforderung der Herstellung des Rahmens ergibt sich jedoch eine weitere Erfahrung: das Polstern der Sitzflächen. Etwas, wovor man Angst haben muss? Nein.

Polstern ist einfach und du musst es einfach nur probieren!

Das Sitzpolstern oder Aufpolstern bereits vorhandener Polster ist im allgemeinen Schnitt der Bevölkerung als sehr aufwändig verschrien. Das liegt aber vor allem daran, dass sich die Wenigsten an das Thema heran trauen. Wir Selberbauer und DIY-Fans wollen natürlich auch das selbst machen. Und so wie es immer ist, haben wir auch vor nichts Angst. Also, her mit der Herausforderung!

Grundsätzlich solltest du dir vor dem Polstern selbst darüber klar werden, welche Art von Sitzfläche du polstern möchtest. Während ein Bürostuhl viele Stunden jeden Tag in Anspruch genommen wird, sieht das bei einer Sitzbank im Garten oder einer anderweitigen Sitzauflage anders aus. Hier geht es vor allem darum ein gemütliches Sitzerlebnis während einer bestimmten Zeitspanne zu ermöglich. Die Ergonomie ist hier nach wie vor wichtig, spielt aber keine wesentliche Rolle wie bei einem Arbeitsstuhl.

Gearbeitet wird beim Polstern mit Schaumstoff. Hier gibt es entsprechend viele verschiedene Sorten, die wiederrum in Härten unterteilt sind. Achte darauf, dass die Sitzflächen abhängig von der Dauer der Beanspruchung härter sein müssen. Leider lässt sich hier die Frage nicht pauschal beantworten, da ein Bürostuhl keineswegs das Bequemlichkeitsgefühl von einem Grillabend im Garten haben sollte (auch wenn es vielleicht wünschenswert wäre).

Scheue vor dem Polstern einer Sitzauflage oder dem Stuhlpolster nicht zurück. Wir erklären dir nun, worauf du achten musst und welche Schritte du nacheinander erledigen musst, damit dein Polster-Projekt ein Selbermacher-Erfolg wird.

#1: Funktion, Härtegrad und Position auswählen

Vor allem anderen musst du wählen, welche Art und Form deine Sitzauflage haben soll. Unsere Selbermacher-Möbel leben vor allem von Individualität, auch wenn sie nach einer Anleitung entstanden sind. Dennoch lässt auch dieser Art der Erstellung viel Raum für Entfaltung. Soll deine Sitzbank eine fixe Auflage haben? Sollen es Sitzpolster sein, die entfernbar sind? Oder soll es sogar eine Art Kissen oder Sitzpolster sein, dass flexibel auf verschiedenen Möbeln einsetzbar sein soll? Diese Fragen kannst nur du selbst beantworten.

Was den Umfang der Arbeit angeht würden wir dir für das erste Mal dazu raten eine eher kleine Sitzauflage zu wählen, die dann auch fix mit dem Möbel verbunden ist. Ein Stuhl oder eine Sitzbank eignen sich hierfür hervorragend. Besonders gerne werden im Garten Sitzbänke mit Stauraum verwendet. Hier kannst du Gartenutensilien „verschwinden“ lassen und nur nach Bedarf herausholen.

Sollte die Sitzfläche nicht eine Holzplatte sein, musst du unbedingt den Bereich mit Spanngurten versehen. So bekommt dein Sitzpolster eine Grundlage, auf dem es später positioniert wird. Die Spanngurte solltest du im 90-Grad-Winkel zueinander miteinander verflechten, so dass sie beim Gebrauch nicht verrutschen können.

Und nun suche dir beim örtlichen Baumarkt oder einem Online-Händler deiner Wahl den richtigen Polster Schaumstoff aus. Vorteil beim Baumarkt vor Ort ist der direkte Test des Polsters. So verlierst du keine Zeit bei deinem Selbermacher-Projekt und hast direkt die richtige Ware ausgesucht.

#2: Topping und Sitzbezug aussuchen

Heutige Sitzpolster bestehen oftmals aus zwei verschiedenen Härtegraden. Dabei wird der Hauptteil aus einem eher härteren Schaumstoff Polster ausgewählt. Darüber wird jedoch eine deutlich dünnere Schicht weiches Schaumstoffpolster geführt. Abgedeckt werden diese beiden Schichten dann mit einem Sitzbezug deiner Wahl. Achte hierbei darauf, dass du speziellen Stoff für Sitzbezüge wählst. Sie sind weitaus dichter gewebt, aus einem widerstandsfähigen Material oder viel dicker als üblicher Stoff.

Suche dir hier einfach etwas aus, das zum restlichen Möbel und vor allem seiner Funktion passt. Besonders bei Sitzbänken mit Stauraum im Garten ist deinen Gedanken viel Freiraum gelassen, da die DIY-Möbel draußen verwendet werden. Folglich müssen sie sich nicht zwingend an der Inneneinrichtung in deiner Wohnung oder deinem Haus orientieren. Klasse, oder?

#3: Arbeitsutensilien bereit legen und dann geht es los

Das Aufpolstern und Polstern von Sitzmöbeln ist eine Arbeit, die mit wenigen Arbeitsmitteln auskommt. Letztlich geht es hierbei vor allem um die Montage des Polsters. Es wird also an einer bestehenden Fläche gearbeitet, die aufgewertet, aber nicht mehr verändert wird. Von daher brauchst du unbedingt folgende Arbeitsmittel:

  • große Schere oder ein Cutter-Messer
  • Luftdrucktacker und/oder Hammer mit Nägeln, die einen großen, flachen Kopf haben
  • Sprühkleber

Folgende Materialien benötigst du, die beim Sitzpolster oder der Sitzauflage verarbeitet werden:

  • Schaumstoff als Hauptfüllung des Sitzpolsters (Härtegrad beachten)
  • Polstervlies für die Zwischenschicht zum Polsterbezug
  • Schaumstoff als Topping (eher dünn und weich)
  • Tackernadeln und/oder Nägel
  • Bezugstoff nach Wahl

Nimm dir besonders beim ersten Mal ein wenig Zeit für das Polstern. Du solltest wie bei allen DIY-Projekten entspannt sein und nicht unter Zeitdruck stehen. Am Ende soll es dir nämlich Spaß machen und kein Wettbewerb gegen deine eigene Zeit sein. Lege dir alle Arbeitsmittel bereit und dann kannst du starten

#4: Zurechtschneiden des Polsters für die Sitzauflage

Achte beim Ausschneiden darauf, dass du die Umrisse gut triffst. Schneidest du zu viel weg, fällt das Polster in sich zusammen. Nähere dich also langsam der Form und Ausprägung des Sitzpolsters und nehme nach und nach Material mit dem Cutter-Messer weg. Ein Schritt zurück und die Betrachtung aus der Ferne sind hierbei häufig helfende Aspekte bei der Bewertung.

Schneide sowohl den Schaumstoff, als auch das Topping und das Polstervlies zu. So hast du das „Innenleben“ deines Polsters fertig und kannst dich der Befestigung widmen. Beachte unbedingt, dass weder der Schaumstoff noch das Vlies Überlappungen haben sollten. Diese führen später zu Reibungspunkten und sind sehr unangenehm beim Sitzen. Die Materialien sollten faltenfrei aufeinander liegen und später auch genauso positioniert sein, damit der Sitzgenuss größtmöglich ist.

#5: Befestigung des Polsterbezugs und Dekoration

Nun geht es nach der Auswahl und dem Zurechtschneiden zum dritten Schritt: der Befestigung. Hier wird vielfach mit Drucklufttackern gearbeitet, da es schnell und problemlos geht. Vorher solltest du den Schaumstoff mit dem Sprühkleber an der Sitzfläche befestigen. Das hilft bei der Montage und ist zudem auch später hilfreich dabei, dass das Sitzpolster bei Gebraucht nicht „wandert“.

Wer ein wenig Geduld hat und die Nagelköpfe als Deko-Element einsetzen möchte, kann natürlich auch mit Hammer und Nagel arbeiten. Auch eine Kombination ist möglich. Mache einfach, wie es dir am besten passt und deine Möglichkeiten sind.

Der Sitzbezug sollte etwas mehr Material haben. Das liegt vor allem daran, dass das Ende beim Befestigen doppelt gelegt werden sollte. So wird die Stabilität der Befestigung erhöht und zusätzlich das Risiko minimiert, dass der Stoff an der Stelle durch die Belastung ausreißt. Achte darauf, dass der Stoff schön gleichmäßig gespannt ist. Es bietet sich hier an jede Seite mit einigen weniger Nadeln oder Nägeln zu befestigen. So entsteht eine grundlegende Montagevorrichtung. Diese kann dann mit jedem weiteren Arbeitsschritt fest gemacht werden, ohne dass Ausrichtung verrutscht.

Überschüssiger Stoff vom Sitzbezug kannst du nach der finalen Monate mit einer Schere abschneiden. Bis dahin solltest du aber warten, denn das Beziehen und Montieren bedarf hier und da einiger Anpassungen. Der Sitzbezug muss am Ende ebenfalls absolut faltenfrei sein, damit der Sitzkomfort am höchsten ist.

#6: Sitzpolster genießen

Im letzten Schritt geht es vor allem darum, dass du deine Arbeit nun genießt und in Szene setzt. Natürlich darfst du stolz auf dich sein. Und natürlich darfst du dein DIY-Meisterwerk auch vorführen. Wie schon erwähnt ist das Polstern noch eine Arbeit, die als sehr schwierig und komplex empfunden wird. Nimm anderen die Angst davor und zeige, was du geschaffen hast.

Vor allem aber solltest du nun die Momente auf deinem ersten eigenen Sitzpolster genießen, denn genau dafür hast du es gemacht.

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