Das kleine Schrauben ABC - Für jeden Zweck die besten Schrauben einsetzen

Schraube ist nicht gleich Schraube! Insofern ist es nicht verwunderlich, dass du dir Gedanken darum machen musst, welche die richtige Schraube ist. Bevor du dir die Frage allerdings beantworten kannst, gibt es einige wichtige Dinge zur Einführung, die du unbedingt wissen solltest.

Das kleine Schrauben ABC - Für jeden Zweck die besten Schrauben einsetzen

Es gibt viele Schrauben, aber nur wenige Richtige!

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Holzschrauben und Metallschrauben. Während man beim Werkstoff Metall in irgendeiner Art und Weise immer auf ein Gewinde angewiesen ist, sieht das bei Holz anders aus. Bis auf wenige Ausnahmen verwenden wir Möbelbauern aber vor allem Holzschrauben, weshalb ich das Thema der Metallschrauben gerne aussparen möchte. Viel wichtiger ist es beim Holz die richtige Schraube zu verwenden, damit die Verbindung optimal ist. Holz ist auch nicht gleich Holz. Es gibt hartes, weiches, steifes und flexibles Holzmaterial, aus dem du DIY-Möbel bauen kannst. Besonders dann wenn verschiedene Materialien miteinander kombiniert werden, ist das eine Herausforderung. Die grundsätzliche Funktion der Holzschraube ist es eigentlich die Verbindung von zwei Elementen herzustellen. Das passiert recht einfach, in dem mein eine Schraube an einer bestimmten Stelle durch die beiden Elemente treibt. Wirklich?

Beachte die Eigenschaften des Materials

Harte Holzarten sind sehr dicht und fest, was das Material betrifft. Hier eine Schraube einzuschrauben verlangt einerseits sehr viel Kraft, birgt aber andererseits aufgrund der hohen Dichte, dass das Material platzt. Beides ist nicht unbedingt gewollte. Die Härte von Holz misst man in sogenannten Brinell. Sie geben an, ob das Holz weich, mittelhart, hart oder sehr hart ist. Eiche und Esche beispielsweise haben einen Brinellwerte von circa 40. Das entspricht der Kategorie „sehr hart“. Die oft verwendete Fichte, Lärche oder Kiefer sind eher weiche Holzarten. Bevor du die Schrauben also kaufst, solltest du wissen welches Holz zu verwenden willst. Im DIY-Möbelbau werden sehr oft eher günstige Holzarten wie Fichte oder Lärche verwendet. Das hat nichts mit minderer Qualität sondern einer hohen Verfügbarkeit in unseren Breitengraden zu tun. Also, warum teures Holz importieren, wenn doch schon ausreichend vor der Tür vorhanden ist?

Sichtbare versus nicht sichtbare Bereiche

Bei der Wahl der Schraube ist beim Selberbauen immer die Frage wichtig, ob die Schrauben später sichtbar sind. Warum ist das wichtig? Bei weichem Holz kann es sehr schnell beim Eindrehen der Schraube zu Rissen kommen. Diese sind natürlich auch optisch sichtbaren Flächen sehr unschön. Wie aber lässt sich das verhindern? Ein kleiner Experten-Tipp: Die Schraube greift grundsätzlich immer in zwei Bereichen. Im Möbelbau solltest du immer Vollgewinde-Schrauben verwenden. Ihre Aufgabe ist es nämliche die bestmögliche Verbindung zweier Elemente zu halten. Das bedingt auch, dass diese aneinander „gepresst“ werden und kein Zwischenraum dort entsteht. Diese Spannung beim Verschrauben bedingt allerdings auch die Risse. Ein guter Trick ist es hier das oben liegende Material ein wenig anzubohren. Wer eine 6er Schraube eindrehen möchte, kann mit einem 4er Bohrer das Loch schon mal ausbohren. So entsteht beim Eindrehen weniger Widerstand. Folglich sinkt das Risiko, dass sich Risse bilden. Bei nicht-sichtbaren Bereichen ist das natürlich weniger wichtig. Dennoch solltest du auch hier darauf achten, dass nicht zu viele Risse entstehen. Zu viele davon machen das Holz instabil und damit bei Belastungen anfällig.

Welche ist denn nun die richtige Schraube?

Typischer Weise wird beim Selberbauen von Möbeln mit eher weichen Holzarten gebaut. Wie du weißt verwenden wir sehr gerne OSB-Platten, die wiederrum ein Verbindung aus Holzspänen und Klebematerial sind.

Folgende Holzschrauben stehen dir im Baumarkt zur Auswahl:

  • Spanplattenschraube
  • Möbelschrauben
  • Klassische Holzbauschrauben (Universalschrauben)

Charakterlich sind die Schrauben allesamt sehr ähnlich. Sie besitzen zumeist einen versenkbaren Schraubenkopf, der dafür sorgt, dass nichts zu sehen ist. Allesamt sowohl als Vollgewindeschrauben aber auch Teilgewindeschrauben erhältlich. Wie bereits erwähnt solltest du eher zu den Vollgewindeschrauben greifen, wenn es darum geht Elemente miteinander fest zu verbinden. Teilgewindeschrauben sind besonders dann von Vorteil, wenn das erstere Element repräsentativ ist. Dazu gehören zum Beispiel Wandmontagen oder Decken mit Unterkonstruktionen. Verkleidest du deine Wand im Arbeitszimmer mit OSB-Platten würden Teilgewindeschrauben vollkommen ausreichen. Für solche Montagen ist eine Unterkonstruktion notwendig, die für die notwendige Belastbarkeit sorgt. Bei einem Schreibtisch oder Schrank aus OSB-Platten wiederrum ist es wichtig, dass die beiden Elemente miteinander abschließen. Sie müssen für Stabilität sorgen und das gelingt am besten mit Vollgewindeschrauben.

Kreuzschrauben, Schlitzschrauben oder Innensechsrund-Schrauben – was ist richtig?

Hier scheiden sich vermutlich die Geister. Das liegt vor allem an der Qualität der Schrauben und ihrer Haltbarkeit. Grundsätzlich kannst du im DIY Möbelbau sehr gut Kreuzschrauben arbeiten. Kreuz- oder Schlitzschrauben sind eher eine Glaubensfrage, wobei wir lieber mit Kreuzschrauben arbeiten. Der Unterschied der beiden „Arten“ liegt vor allem in der Kraftübertragung. Während bei einer Schlitzschraube nur zwei Ecken die Kraft übertragen können, sind es bei den Kreuzschrauben schon vier. Die Frage ist also, wie „fest“ musst du die Verbindung zwischen den Elementen herstellen. Unserer Erfahrung nach sind Kreuzschrauben hier eine sehr gute Wahl, zumal ihr Angebot im Baumarkt auch sehr groß ist. Daneben gibt es noch die sogenannten Inbusschrauben sowie die innenliegenden Sechskantschrauben. Hier ist vor allem der Hersteller TORX bekannt. Idee hinter dem Konzept ist es die immense Kraft der Akkuschrauben über einen möglichst unversehrten Antrieb zu übertragen. Das gelingt am besten mit den innenliegenden Sechsrund-Aufsätzen. Besonders bei belasteten Flächen ist die Montage damit also auf keinen Fall ein Fehler. Für was auch immer du dich entscheidest: Bleib konsequent dabei! Warum? Wenn du mal etwas auseinander bauen willst, brauchst du nur ein Werkzeug zur Demontage. Genau das Gleiche gilt natürlich bei der Montage. Wer immer nur Innensechsrund oder Kreuzschrauben verwendet kann mit einem einzigen Bit seine gesamten Möbel auseinander und wieder zusammen bauen.

Die richtige Schraube für den richtigen Zweck

Unsere kleine Einleitung in die Welt der Schrauben sollte dir vor allem eines bringen: Klarheit! Die vielen Schrauben im Baumarkt sind nicht dort um dich zu verwirren. Vielmehr bietet der Baumarkt eine unglaublich große Palette an Verwendungszwecken, so dass hier auch unterschiedliche Schrauben zum Einsatz kommen müssen. Für deine DIY-Möbel jedoch ist die Verwendung von sogenannten Universalschrauben oder Spanplattenschrauben vollkommen ausreichend. Wer mit ein wenig härterem Material arbeitet wie härtere Hölzer oder OSB-Platten ist sehr gut damit beraten die obere Platte vorher dünn vorzubohren. So werden Risse oder Absplitterungen an den Kanten im Material vermieden. Und noch etwas: Nach „FEST“ kommt „AB“! Eine alte Regel unter Heimwerkern. Denn oft versuchen wir es besonders gut zu machen und versuchen die Schraube so fest wie möglich zu drehen. Das endet meist in einem lauten Knacken. Dieser deutet entweder an, dass die Schraube abgerissen oder das Holz abgespalten ist. Beides nicht schön. Unsere Akkuschrauber sind sehr gut eingestellt. Wenn sie nicht mehr wollen ist eine gute Festigkeit gegeben und du solltest es dabei beruhen lassen. Lieber in ein oder zwei Monaten nochmal die Schrauben von Hand nachziehen, als zu einen Defekt zu riskieren.

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