Der smarte Baumarkteinkauf für Selberbauer

Wir Selberbauer gehören irgendwie schon zum Inventar in unserem Baumarkt. Doch gerade für die neuen, dazugekommenen Selberbauer ist der erste Besuch in einem Baumarkt hin und wieder angsteinflößend. Die Größe, das breite Sortiment und die vielen, vielen Dinge, die man dort vergessen oder falsch einkaufen kann. Nicht selten ist man nach einem Baumarkteinkauf schon Stunden später wieder dort. Das ist zwar nicht das Geschäftskonzept der Baumärkte, hilft aber sicherlich bei deren Umsatz. Deswegen wollen wir die heute zeigen, wie du deinen Baumarkteinkauf vorbereitest, damit du dich die restliche deinem Selberbauen-Hobby widmen kannst.

Der smarte Baumarkteinkauf für Selberbauer

Vorbereitung ist der halbe Sieg!

Sollst du hungrig einkaufen gehen? Sollst du durstig feiern gehen? Nein, also solltest du auch nicht planlos in einen Baumarkt gehen. Vermutlich wird dieses Vorhaben ähnlich wie die anderen beiden Beispiele in einem Desaster enden. Also, unbedingt vorbereiten. Um die Planung allerdings anzugehen brauchst du eine Idee dessen, was du selber bauen möchtest. „Ich will einen Tisch bauen“ oder ähnliches wird nicht reichen. Je genauer und detaillierter du weißt, was du willst, desto eher kann dir der Mitarbeiter im Baumarkt helfen.

Check: Was will ich eigentlich?

Dein Bauvorhaben, egal ob Tisch, Stuhl, Möbel, Schrank oder was auch immer, hat in deiner Planung irgendeine Dimension. Stellen wir uns einmal vor, du möchtest einen Schreibtisch bauen. Kein leichtes Unterfangen, aber mit einer geeigneten Anleitung auch für Anfänger beim Selberbauen kein Problem. Was für einen Schreibtisch möchtest du haben? Welches Material willst du verwenden? Und das Wichtigste: Wie groß soll er denn sein?

Solltest du dein DIY Projekt nach einer Anleitung bauen, so findest du dort die entsprechenden Abmessungen. Am besten du nimmst die Vorgaben direkt auf einem Zettel oder digital auf dem Smartphone oder Tablet mit. Das verhindert, dass du Notizen später nicht lesen kannst oder der Zettel verloren geht. Hast du keine Vorgaben, musst du diese vor dem Baumarkteinkauf selbst errechnen. Wo soll der Schreibtisch später stehen? Wie viel Platz ist dort? Und was ist die bevorzugte Arbeitshöhe? Sich selbst die Daten zusammen zu sammeln hat den großen Vorteil, dass du den Schreibtisch sehr individuell gestalten kannst. Miss genau aus, auf welche Größe, Tiefe, Breite und Höhe die Tischplatte zurechtgeschnitten werden sollen.

Mit dieser Vorstellung und den dazugehörigen Daten gehst du nun in den Baumarkt und kannst dir das Rohmaterial besorgen. Denk bitte vorher schon dran, dass beispielsweise eine Tischplatte von 200 x 90 x 3 cm nicht in jedes Auto passt. Die meisten Baumärkte bieten hier den Service sich die Ware liefern zu lassen und mit Hilfe eines Anhängers zu transportieren.

Check: Was brauche ich alles?

Mit einer Tischplatte und Tischbeinen hast du zwar schon einmal eine Grundausstattung, aber zu Ende bringen wirst du das Projekt so nicht. Während deiner Planung kannst du dir auch bereits Gedanken machen, was du alles noch benötigst. Ist kein Akkuschrauber im Haus? Keine Säge? Schrauben? Winkel? Es sind alles Waren die nur wenige Eurocents kosten, aber die dir das Wochenende vermiesen, wenn du deinen Schreibtisch nicht selber fertig bauen kannst. Also versuch direkt zu notieren, was du alles brauchst um die Komponenten miteinander zu verbinden. Eventuell möchtest du diese auch noch weiter befestigen, beispielsweise in der Wand. Was brauchst du dazu noch alles?

In Anleitungen wird dazu oft ein Rat gegeben, so dass du hier lediglich notieren und später kaufen musst. Beim Selberbauen eines Schreibtisches brauchst du Vorstellungskraft, um dir aller notwendigen Dinge bewusst zu werden. Überleg dir also genau, wohin der Schreibtisch soll und wie er dort stehen soll.

Ein weiterer, wichtiger Fakt ist die farbliche Gestaltung. Eine Holzoptik ist schön, aber als reine Platte vielleicht nicht ganz als Schreibtisch geeignet. Hier solltest du genauso wie bei der farblichen Gestaltung darüber nachdenken, wie du die Platte und/oder die Beine später lackieren willst. Sind hierzu vorarbeiten notwendig? Gibt es vielleicht schon fertiges Material dazu? Welches ist der richtige Lack? An dieser Stelle ist es nicht unbedingt wichtig, dass du alles weißt. Mit der Zeit bekommt man die Erfahrung, aber beim ersten Mal hilft dir hier der Mitarbeiter im Baumarkt gerne weiter.

Check: Passt das alles zusammen?

Verträgt sich das ausgesuchte Holz mit dem Lack? Darf ich das Holz bearbeiten und wenn ja, wie am besten? Wer kann mir dabei helfen? Was die verschiedenen Komponenten angeht solltest du dein Projekt unbedingt mit einem Mitarbeiter im Markt einmal durchsprechen. Jede Anleitung, die dir vorliegt, hat zwar einen Vorschlag mit dem es funktioniert. Sobald du aber eine Komponente davon änderst, solltest du das vorher abklären. Lack auf MDF-Holz? OSB-Platten schleifen? Dabei kann man vieles falsch machen, wenn man sich mit der Materie noch nicht auskennt.

Die Experten im Baumarkt sind besonders geschult darauf verschiedene Dinge miteinander kompatibel zu machen. Auch wenn ihnen nicht der beste Ruf vorauseilt, unter Tipp: Sprich sie an. Sie sind alle freundlich und hilfsbereit! Besonders dann, wenn du die ersten beiden Punkte beachtet hast und eine konkrete Vorstellung beschreiben kannst, wirst du dort einen Top-Ratgeber finden. Merk dir direkt den Namen, denn wenn du einmal vom Selberbauen-Virus befallen bist, werdet ihr euch öfters sehen.

Check: Sortiere dir alles ordentlich!

Bereits im Baumarkt selbst findest du eine Vielzahl von Sortiermöglichkeiten. Schrauben, Nägel, Muttern – alles kann man hervorragend in eine Box werfen und danach stundenlang danach suchen. Oder du sortierst es entsprechend von vorne herein. Das macht beim Transport deutlich mehr Spaß und Sinn und ist zudem später beim Zusammenbau eine deutliche Erleichterung.

Sortieren solltest du auch unbedingt den Einkaufsbeleg vom Baumarkt. Warum? Besonders dann, wenn du nicht nach Anleitung baust, sozusagen „freestyle“, passiert es regelmäßig das du zu viel oder etwas falsch hast. Mit dem Einkaufsbeleg kannst du es meistens problemlos umtauschen. Natürlich nur, wenn du es nicht gebraucht hast. Krumme Nägel, Schrauben die überdreht sind oder angeschnittene Holzplatten nimmt niemand zurück. Außerdem kann es durchaus sein, dass du deine Bemühungen zum Beispiel bei einer Eigentumswohnung oder dem eigenen Haus steuerlich geltend machen kannst. Hier sind wir aber nicht die Experten. Ab wann und in welchem Umfang das möglich ist kann dir sicherlich sein Steuerberater sagen.

Und jetzt, denk dran: Plane ordentlich, nimm die Maße mit und lass dich im Baumarkt von den Experten beraten. Egal ob mit oder ohne Anleitung wird dein Projekt beim Selberbauen so auf jeden Fall ein voller Erfolg.


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