Wie ich richtig schleife - Die kleine Schleifpapierfiebel für Selberbauer

Möbelstücke „von der Stange“ gibt es genug – Zeit das wir Selberbauer unsere eigenen Möbelstücke designen. Dabei steht die Holzbearbeitung im Vordergrund. Nicht selten muss eine vorhandene Lackierung abgenommen werden, damit das eigene Design aufgebracht werden kann. Gleichermaßen muss auch unbehandeltes Holz entsprechend vorbereitet werden. Wovon wir sprechen? Holz schleifen, denn die Bearbeitung mit dem Schleifpapier bereitet die Holzoberfläche auf die Aufnahme des Lackes oder der Lasur vor.

Wie ich richtig schleife - Die kleine Schleifpapierfiebel für Selberbauer

Von Hand oder mit der Schleifmaschine das Holz schleifen?

Wir möchten dir an der Stelle nicht die Illusion nehmen, aber wer schon mal mit Schleifpapier und einem Korkblock einen Quadratmeter abgeschliffen hat, weiß abends was er getan hat. Das Design eines Tisches oder eines Schrankes kann sich so über Wochen hinziehen. Speziell kleinere Bereiche kannst problemlos von Hand abschleifen. Für alles weitere und besonders die großen Flächen empfehlen wir dir den Einsatz einer Schleifmaschine. Das ist weitaus komfortabler, schneller und dennoch genug „dreckige“ Arbeit.

Bei der Auswahl der Schleifmaschine für das Holz solltest du schauen, welche Anforderungen zu hast. Für verwinkelte Möbelstücke, bei denen auch kleine Flächen an Übergängen zwischen Stuhlbein und Sitzfläche beispielsweise geschliffen werden müssen, bieten sich kleine Winkelschleifer an. Diese sind allerdings nur bedingt für große Flächen geeignet. Im besten Fall und bei häufigem Holz schleifen ist die Anschaffung eines größeren Flächenschleifers als auch eines Winkelschleifers sicherlich sinnvoll.

Das richtige Schleifpapier für Holz finden

Schleifpapiere gibt es viele im Baumarkt oder auch im Internet. Je nachdem ob du von Hand schleifst oder mit einer Maschine solltest du unbedingt darauf achten, dass das Papier zu deinem Modell passt. Noch viel wichtiger ist es aber, dass du das richtige Schleifpapier findest. Dazu sind zwei Aspekte enorm wichtig:

  •         Was willst du auf dem Holz schleifen?
  •         Welches Holz soll bearbeitet werden?

Betrachten wir an der Stelle einmal grobes Holz, das du einen unsauberen Schnitt verursacht wurde. Hier geht es beim Holz schleifen besonders darum feinere Unebenheiten zu ebnen und eine glatte Fläche zu erarbeiten. Gleiches gilt für bereits behandelte Flächen. Hier muss vor dem neuen Design unbedingt die Oberfläche abgetragen werden. Lacke, Lasuren und andere Behandlungen verhindern das Eindringen der neuen Flüssigkeiten.

Um das alte Material aufzurauen und abzutragen empfiehlt sich immer die Verwendung einer gröberen Schleifpapier Körnung. Darunter versteht man die Größe der Körner, die auf dem Schleifpapier aufgebracht sind. Besonders beim Abtragen von Lack und Lasuren solltest du beim Kauf darauf achten, dass die Dichte der Körnung nicht zu hoch ist. Je näher die Körner aneinander sind, desto eher „verklebt“ die Oberfläche und verliert ihre schleifende Wirkung. Bei üblichen Holzarten ist eine 60er- oder 80er-Körnung die richtige Wahl.

Besonderheit OSB Platten und/oder MDF Platten

Bei Holzplatten, die aus verklebten Holzelementen bestehen, ist beim Schleifen besonders darauf zu achten, das Holz nicht zu grob zu schleifen. Während das MDF aus verklebtem Sägemehl besteht, sind in den OSB Platten Holzspäne verarbeitet und verklebt. Wer hier mit einer zu niedrigen Schleifpapier Körnung die Bearbeitung beginnt läuft Gefahr die Oberfläche oder die Eigenschaften des Werkstoffes nachhaltig zu beschädigen. Hier empfehlen wir eher die Verwendung von einer 120er Schleifpapier Körnung.

Mit dem richtigen Schleifpapier richtig das Holz schleifen

Vor dem Holz schleifen solltest du dich unbedingt informieren, was auf dem Holz eventuell aufgetragen ist und um welche Art von Holz es sich handelt. Es ist wohl logisch, dass sich weiches Holz weitaus besser schleifen lässt als hartes Holz. Folglich solltest du bei weichem Holz eine eher feinere Schleifpapier Körnung (100er- oder 120er-Körnung) wählen, damit du nicht so viel Material abträgst. Ist das Holz jedoch härter und damit auch widerstandsfähiger ist eine gröbere Schleifpapier Körnung (60er- oder 80er-Körnung) empfehlenswert.

Aber auch beim Holz schleifen selbst solltest du darauf achten, in die richtige Richtung zu schleifen. Besonders dann, wenn du später mit dem Lack oder der Lasur die Maserung des Holzes in den Vordergrund stellen möchtest, achte unbedingt darauf „mit der Maserung“ zu schleifen. Wer „dagegen“ schleift, das heißt also 90 Grad versetzt dazu, beschädigt die Oberfläche. Das Risiko das es hierbei zu Splitterungen kommt ist sehr hoch und unbedingt zu vermeiden. Keine Frage, wir haben Verständnis dafür, dass das Schleifen eine anstrengende Arbeit ist. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass du dort die Oberfläche und damit die sichtbaren Flächen bearbeitest.

Das Finish ist die Krönung beim Holz schleifen

Einmal mit einer grober Körnung abschleifen ist lediglich der erste Schritt. Im zweiten geht es nun darum die Fläche möglichst glatt zu bekommen. Um diesen Zustand zu erreichen ist es notwendig ein zweites Mal das Holz zu schleifen. Dieses Mal sollte eine weitaus kleinere Körnung gewählt werden. Die Körner auf dem Schleifpapier sollten als viel kleiner sein und nicht mehr so rau.

Vor der Bearbeitung solltest du die Holzfläche einmal mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. Da es jetzt ein wenig ans Eingemachte geht ist jeder Krumen Sägemehl unter Umständen störend. Für verschachtelte Bereiche eignet sich auch der Staubsauger, mit dem die Holzkrümel entfernt werden können.

Abhängig von der Holzart solltest du deutlich feineres Schleifpapier nehmen. 120er- oder auch gerne eine 240er Körnung sind hier eine gute Wahl. Je nachdem wie glatt du die Fläche haben möchtest musst du unter Umständen noch höhere Werte bei der Schleifpapier Körnung wählen. Nach jedem Schleifvorgang solltest du zudem die Oberfläche einmal mit der Hand oder einem trockenen Tuch abwischen. So bekommst du ein Gefühl dafür, wo die Oberfläche noch rau ist und du nochmal nachbearbeiten solltest.

Trocken und sauber kannst du dann weiter machen!

Grundsätzlich kannst du bei der Holzbearbeitung der Faustformel folgen: Je härter das Holz, desto gröber darf die Schleifpapier Körnung sein! Besonders dann, wenn eine vorherige Lasur und Lackierung abgetragen werden muss, ist auf die Dichte der Körner zu achten, so dass diese nicht verkleben. Zudem solltest du mindestens einmal grob und danach im Finish einmal fein das Holz schleifen. So ist deine Oberfläche perfekt für die weitere Bearbeitung.

Wirklich? Ja und nein. Grundsätzlich ist die Oberfläche nun wirklich toll, aber du solltest unbedingt darauf achten, dass sie trocken ist. Es ist deutlich einfacher mit einem feuchten Tuch die Fläche abzuwischen. Achte aber darauf, dass das Tuch wirklich nur feucht ist. Zu viel Feuchtigkeit zieht ins Holz ein und das wäre fatal. Lackierst du darüber, quillt das Holz unter Umständen auf und deine ganze Mühe ist umsonst.

Die feinen Staubkörner können ebenfalls ein Problem sein. Bevor du also die Fläche lackierst oder lasierst, solltest du sie unbedingt säubern. Es empfiehlt sich auch während des Schleifens gut zu lüften oder es direkt draußen zu machen. So verhinderst du, dass sich in der Luft befindlicher Staub später auf dem Lack absetzt und eintrocknet.

Fertig, sauber geschliffen und perfekt vorbereitet kann dein Selbermacher-Projekt nun weitergehen!


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